Über Erziehungsfragen und eigene Glaubenssätze

Maxi Hohlfeld • 3. Juli 2026

Woher wissen wir, ob wir gut erziehen?


Ich sah dieses Plakat und musste direkt ein bisschen schmunzeln.


Haben wir nicht alle diesen Satz als Kinder immer wieder gehört und sagen wir ihn vielleicht selber auch zu unseren Kindern?! Und ist es nicht überhaupt so, dass wir frühere Glaubenssätze und Erziehungsstrategien an unsere Kinder weitergeben oder sie mit ihnen weiterleben, obwohl sie aus einer ganz anderen Zeit kommen und uns auf lange Sicht vielleicht auch nicht immer gutgetan haben.


Wenn wir schwanger werden beginnen meistens die Gedanken zu kreisen. Wir denken über Babynamen nach, richten Kinderzimmer ein und kaufen Kinderwagen und Babytrage. Wir machen uns Gedanken, ob wir stillen wollen, wo das Baby schläft und wie die Geburt wird. Und irgendwann beschäftigen wir uns automatisch mit Grundsatzfragen zur Erziehung unserer eigenen Kinder. Wann und wie möchte ich erziehen, brauchen wir Regeln in unserer Familie, wenn ja, welche sollen das sein. Ab welchem Alter darf das Kind Fernsehen schauen, welche Ernährungsform soll es kennenlernen, möchte ich, dass es Bitte und Danke sagt.


Spätestens bei diesen Gedanken merken wir, dass es eine ordentliche Herausforderung wird, ein Kind zu erziehen, es beim Großwerden zu begleiten und ihm trotzdem Manieren und ein gutes Benehmen mitzugeben. Wir merken, dass die Meinungen in Erziehungsfragen sehr weit auseinander gehen können, auch unter uns Eltern.



Die eigene Erziehung

 


Wir alle sind mit bestimmten Glaubenssätzen und Eriehungsregeln groß geworden, die uns bis heute prägen. Im Laufe des Elternseins hinterfragt man diese Sätze und Regeln. Vieles war sicher gut und hat uns zu den Menschen gemacht, die wir sind. Andererseits haben sich die Zeiten in vielen Dingen geändert und die Werte und Vorstellung haben sich verschoben. Sofort kommt mir der Begriff „bedürfnisorientiert“ in den Sinn. Das ist heute ein großes Wort, welches viele Familien leben und Kinder erleben dürfen. Die Balance hierbei zu finden, dass die Bedürfnisse ALLER Familienmitglieder bedacht und im besten Fall befriedigt werden, ist dabei nicht immer einfach. Im ersten Jahr mit Baby stehen naturgegeben die Bedürfnisse des Baby ganz weit im Vordergrund, schließlich kann es noch nicht äußern, was es gerade braucht. Irgendwann kommt jedoch die Zeit, in der die Familie für sich einen Weg finden muss, den ganz eigenen und individuellen Weg. Aber sobald die ersten kritischen Nachfragen kommen, warum das Kind noch immer mit im Elternbett schläft oder das Baby bei dem Wetter keine Söckchen an hat, beginnt die Verunsicherung.


Woher wissen wir nun als frisch gebackene Eltern, was der richtige Weg für uns ist?


Woher wissen wir, wie man richtig erzieht?  Wir wollen es gut und richtig machen und verlieren dabei manchmal selber den roten Faden, weil es einfach nicht immer leicht ist. Manchmal haben wir auch ganz feste Vorstellungen, die sich dann im wahren Leben einfach schwer umsetzen lassen.


Ich glaube, Erziehung darf wachsen, wir Eltern dürfen selber reifen und auch mal falsche Entscheidungen treffen. Wir lernen durch den Alltag, vielleicht durch gute Vorbilder, vielleicht durch Freunde, die Kleinigkeiten anders machen mit ihren Kindern. Wir lernen durch Gespräche mit unseren Kindern und mit unseren Partnern. Und wir lernen, dass Fehler machen ok ist. Verzweiflung und totale Verunsicherung gehören genauso dazu, wie das pure Glück und der unfassbare Stolz, den wir fühlen können.



Solange wir unseren Kindern liebevoll zugewandt sind, ihnen zuhören, sie ernst nehmen und ihnen zeigen, wie man sich gut um sich und andere Menschen kümmert, haben wir doch ein großartiges Lebensfundament für sie gelegt.



Wie siehst du das, welche Gedanken beschäftigen dich bei der Erziehung deines Babys?